Die Leinemühle

Die Leine entspringt etwa 2 km südöstlich von Harzgerode in nur wenigen hundert Metern Entfernung von der Quelle der Eine, in die sie schließlich nach ca. 15 km Lauflänge in Stangerode einmündet. Als wasserreichster Einezufluß übertrifft sie an ihrer Mündung die Eine sogar zeitweise in der Wasserführung. Wandert man von Stangerode bachaufwärts durch das Leinetal, das von vielen Naturfreunden zu den schönsten Harztälern gezählt wird, gelangt man nach etwa 7 km an das, unter dem Namen Leinemühle bekannte Gasthaus und Hotel. Auch für Autofahrer ist die Leinemühle wegen ihrer Lage an der von Abbenrode nach Pansfelde führenden Landstraße bequem zu erreichen. Das heutige Gebäude war niemals eine Mühle. Es steht aber an einer Stelle an der sich einst eine gleichnamige Wassermühle befand, deren Entstehungszeit nicht genau bekannt ist. Auf jeden Fall existierte die Leinemühle bereits in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts, als Molmerswende in dessen Gemarkung sie sich befindet, zur Grafschaft Falkenstein kam. Sie hatte die Burg Falkenstein damals mit Mehl und anderem Mahlgut versorgt. Daran hat sich jahrhundertelang nichts geändert, auch nachdem die Asseburger nach Aussterben der Grafen von Falkenstein die Burg mit den dazugehörigen Besitzungen in der Mitte des 15. Jahrhunderts übernommen hatten. Ein jähes Ende fand die Leinemühle jedoch im Jahre 1865, als sie bei einem Brand vernichtet wurde. Ein Jahr zuvor war auf Beschluß des Kreistages des Mansfelder Gebirgskreises , zu dem Molmerswende mit der Leinemühle inzwischen gehörte, die vorbeiführende Straße ausgebaut worden. An Stelle der abgebrannten Mühle wurde, das noch hier befindliche Gebäude errichtet, das seit seiner Fertigstellung 1870 als Gasthaus dient. Im Vorbau befand sich 1927 eine "Chausseegelderhebungsstelle", in der Strassennutzungsgebühren zu entrichten waren. In den Jahren 1993/94 erfolgte eine gründliche Restaurierung der Leinemühle.